Lauf 2 zur DRX Internationalen Deutschen Rallycross Meisterschaft 2013 — Gründautalring, Gründau

Verpasste Chance

„Es ist zum Verrücktwerden. Warum haben wir dieses Jahr nur soviel Pech?“ kommentierte Andreas Schrader das Geschehen kurz vor der Abreise des Teams am Samstagabend. Schrader war seinem Gegner überlegen und im gezeiteten Training sogar schneller als das allradgetrieben Supercar im Feld. „Aber wie der Engländer so weise sagt: “To finish first you have to finish first“ - und genau das haben wir nicht geschafft.“

Schon bei den Testfahrten auf dem Estering zwei Wochen zuvor übertrug das Differential in Rechtskurven weniger Kraft auf das linke Vorderrad als in Linkskurven auf das rechte, aber die von Schrader gefahrenen Zeiten waren insgesamt schneller als alles was er auf dem Estering gefahren war, und so hoffte das Team auf einen Sieg auf dem Gründautalring.

Kompletter Startablauf mit der Startautomatik in der höchsten Drehzahlstufe (Foto © Klaus-Dieter Greeb)

Außerdem sollte es endlich volle Punkte geben, weil in der Klasse Super1600 drei Fahrer genannt hatten. Die erste Hiobsbotschaft gab es am Samstagmorgen, als bekannt wurde, dass das North Racing Team auf dem Weg nach Gründau ein Problem am Trailer hatte und an ein Weiterfahren nach Gründau nicht zu denken war – es würde also wieder nur halbe Punktzahl geben.

Kein Vortrieb in der Hubschrauberkurve (Foto © Klaus-Dieter Greeb)

Im freien und gezeiteten Training lief es durchwachsen. „Ich verlor unheimlich viel Zeit in der Hubschrauberkurve und in der scharfen Rechtskurve kurz vor der Zielgeraden. Eigentlich rollerte der Polo um die Kurve, der Motor drehte im Begrenzer und es gab keinen Vortrieb.“ Trotzdem waren die Zeiten deutlich besser als die von Niels van de Warrenburg, der ja seine ersten Runden mit seinem neuen Auto drehte. Als dann vor dem Start auch noch Hans Kirchhoffs Porsche Blut und Wasser spuckte, glaubte Schrader an einen Heat- und Gesamtsieg.

„Ich hatte im gezeiteten Training einen kompletten Startablauf mit der Startautomatik in der höchsten Drehzahlstufe getestet und erwartete sogar das Supercar beim Start schon zu schlagen, aber weit gefehlt. Nachdem ich die Kupplung kommen ließ, gab es einen kurzen Ruck und dann drehte nur der Motor, aber nicht die Räder.“ Das Differential hatte den Startversuch nicht überlebt. „Wahrscheinlich eine Spätfolge des Berliner Getriebebruchs in DRX Lauf 1. Wir hatten zwar alle Teile sorgfältig von den Spänen gereinigt, aber irgend etwas scheint übrig geblieben zu sein.“

Der Polo rollert um die Kurve (Foto © Klaus-Dieter Greeb)

So musste das Team ohne Punkte abreisen. Inzwischen ist die wahrscheinlich letzte noch verfügbare Getriebe/Differentialkombination aus Griechenland nach Hamburg unterwegs. „Ich hoffe, dass die Teile noch rechtzeitig ankommen, damit wir auf unserer Heimatstrecke, dem Estering, starten können. Dort wird es hoffentlich ein etwas größeres Fahrerfeld bei den Super1600ern geben und ich will auf jeden Fall dabei sein.“